Mar 20

12 Hypothesen: Wie das Coronavirus Gesellschaft, Wirtschaft und unseren Alltag verändern wird.

#agentur#news

Covid-19, allgemein als Coronavirus bekannt, hält große Teile der Welt in Atem. Mittlerweile sind nahezu alle Länder dieser Erde betroffen.

Eine globale Krise ungeahnten Ausmaßes bahnt sich an. Die größte Wirtschaftskrise in der Nachkriegszeit. Ed Conway von “The Times” spricht sogar von einer “Industrielle Revolution”, die uns blühen könnte.

Zumindest bei Einem sind sich viele Meinungsführer und Experten einig. Die Coronavirus-Pandemie wird unsere Gesellschaft, unsere Wirtschaft, ja unser Lebensglück nachhaltig verändern.

Das Leben, das wir bisher kannten, wird von heute an ein anderes sein.

 

Hypothese 1: Bei nicht unbedingt Notwendigem wird gespart

In Zeiten von Kurzarbeit, vermehrter Arbeitslosigkeit sowie mageren Unternehmensgewinnen und leider auch zahlreichen Unternehmenspleiten, werden die privaten Ausgaben sinken. Hierfür muss man kein Prophet sein.

Die Menschen werden ganz einfach weniger im Geldbörserl haben. Darüber hinaus waren Herr und Frau Österreicher in den letzten 10 Jahren überaus konsumfreudig. Seit 2013 liegt die Sparquote in Österreich konstant unter 8 Prozent. Auf Erspartes können nur wenige zurückgreifen.

Gespart wird üblicherweise in Bereichen, die im Alltag nicht unbedingt notwendig sind: Freizeitaktivitäten & Hobbies, Mobilität, Urlaub und beispielsweise beim neuesten Smartphone, also Technologie.

Ausgaben für alltägliche Sache wie Wohnen, Energie und Kommunikation werden hingegen vergleichsweise stabil bleiben.

 

Hypothese 2: Der Staat wird investieren und fördern

Um die negativen Effekte einer Wirtschaftskrise zu einem gewissen Ausmaß abfedern zu können, wird der Staat Geld in Form von öffentlichen Investitionen und Förderungen in die Wirtschaft pumpen.

In neue Straßen & öffentliche Einrichtungen wie Schulen & Bahnhöfe wird investiert, der Ausbau von Technologie & Erneuerbarer Energie vorangetrieben. Für Innovationen und Start-Ups dürfte es in nächster Zeit volle Fördertöpfe und Unterstützungen geben.

Profitieren werden im Regelfall größere Unternehmen in der Bauindustrie, Architekten & Planer, Handwerksbetriebe, Infrastrukturbetreiber und Energieanbieter sowie Innovationsunternehmen & Start-Ups.

 

Hypothese 3: Von Offline zu mehr Online-Handel

Während das Einkaufen im Geschäft ein Ansteckungsrisiko mit sich bringt, ist das Einkaufen zuhause am Smartphone oder PC völlig risikolos. Die Corona-Krise wird den Online-Handel zu noch höheren Wachstumsraten im zweistelligen Prozentbereich führen.

Davon profitieren werden Unternehmen, die “digital” gut aufgestellt sind. Also Unternehmen, deren Produkte & Dienstleistungen im Internet gut gefunden werden können. Die Menschen werden noch mehr als zuvor auf Google & Co nach Ihren Produkten und Dienstleistungen suchen.

Zum anderen Unternehmen, deren Angebot online bezogen bzw. konsumiert werden kann. Hierzu zählen alle Online-Shop Betreiber, Marktplatzhändler aber auch Streaming-Dienste. Und ganz klar: Lieferdienste und Paketzusteller.

Die Krise wird wohl auch das letzte Stiefkind des e-Commerce, den Online-Lebensmittelhandel, zu vermehrter Akzeptanz führen. Lebensmittelhändler mit eigenen Webshops und Zustellung werden profitieren.

 

Hypothese 4: Noch mehr Kontakte in digitalen Kanälen

Soziale Kontakte werden noch mehr als zuvor digital erlebt werden. Vor allem in sozialen Netzwerken wie Facebook, Instagram & YouTube.

User-Zahlen & Nachrichtenanzahl in Messaging-Dienste & Chat-Bots werden ebenfalls stark steigen. Die Kommunikation mit Familie und Freunden wird sich noch stärker auf soziale Netzwerke & digitale Kanäle verlagern.

Die Gewinner werden die großen Internetriesen wie Facebook & Google sein, aber auch heimische Betriebe haben noch bessere Chancen, ihre Zielgruppen dort anzusprechen.

 

Hypothese 5: Weniger Mobilität heißt weniger Reisen

Wenn der Weg oder die Fahrt von A nach B nicht unbedingt notwendig ist, werden die Menschen darauf verzichten. Besonders auf Transportmittel, die zahlreiche Menschen auf einmal befördern, wie etwa Flugzeug, Zug & Bus. Vor allem also öffentliche Verkehrsmittel.

Das wird besonders den Tourismus, die Reise- und Urlaubsbranche sowie die Transportwirtschaft schwer treffen. Auch Automobilhersteller, Tankstellen & KFZ-Werkstätten werden darunter leider, ebenso wie Urlaubs-Destinationen und Ausflugsziele.

Anbieter von Rädern, e-Bikes und E-Scootern könnten von der Mobilitätskrise hingegen profitieren. Wenn der Urlaub in der Ferne heuer entfällt, bleibt eventuell mehr Geld für Sport- und Freizeitausrüstung, um den Urlaub zuhause vergnüglicher zu gestalten.

Wenn Transit & Nahverkehr merklich abnehmen, lässt das die heimische Bevölkerung und die Natur durchatmen.

 

Hypothese 6: Beratung, aber online

Kundenkontakte und Parteienverkehr werden in den kommenden Wochen, wenn nicht sogar Monaten, wohl auf das Notwendigste reduziert werden. Bestimmte Gespräche und Beratungen durch Experten werden dennoch notwendig sein.

Aus diesem Grund werden Beratungsgespräche, die zuvor bei einem persönlichen Termin durchgeführt wurden, verstärkt online oder per Telefon durchgeführt werden. Der Skype-Call mit dem Steuerberater, das Telefonat mit dem Hausarzt oder der Chat mit dem Bankberater.

Diejenigen Unternehmen, die Online-Beratung anbieten können, werden die Nase vorne haben. Und Unternehmen die, die notwendigen technologischen Lösungen dafür bereit halten werden die Krise besser überstehen.

 

Hypothese 7: Mehr Home-Office & Digitales Arbeiten

Laut einer aktuellen Studie machen 10% der Arbeitnehmer in Österreich regelmäßig Homeoffice. Das ist Platz vier im EU-Ranking. Dieser Anteil wird sich während der Corona-Krise und danach noch weiter erhöhen. Klar, das gilt nicht für alle Berufe. Beim Friseur wird das beispielsweise schwierig.

Damit einhergehend werden sich digitale Kommunikationstechnologien in Unternehmen weiter ausbreiten. Digitale Konferenzen, Video-Chats und Skype-Calls anstelle von Morgen-Meetings und Abteilungsleitertreffen.

Unternehmen, die bereits begonnen haben in moderne IT & Kommunikationstechnologien zu investieren, werden diese Krise besser meistern. Unternehmen, die diese Technologien bzw. die notwendige Hardware zur Verfügung stellen, dürfte der Coronavirus in die Karten spielen.

 

Hypothese 8: e-Learning – Lernen am Bildschirm

Gut zu Sehen bei den Universitäten und Schulen. Um soziale Kontaktpunkte zu vermeiden, wird der Schul- und Lehrbetrieb auf Lernen zuhause und e-Learning umgestellt.

Diese Krise dürfte gerade dem Bereich e-Learning einen großen Schub geben. Und dies betrifft längst nicht nur Universitäten, FHs und Schulen. Es betrifft auch ganz massiv Kursanbieter und Wissensvermittler. Aber auch unternehmensinterne Schulungen.

Dies ist eine große Chance für Bildungseinrichtungen und Kursanbieter Wissen digital und online zu lehren, soweit dies möglich und sinnvoll ist. Babyschwimmen, der Anatomie-Sezierkurs und das Weinverkostung-Seminar wird es auch in Zukunft noch analog geben.

Digitale Bildungs-Plattformen wie Udemy, Skillshare & Co werden profitieren. Auch Institutionen und Bildungseinrichtungen, die ihr Bildungsangebot digital konsumierbar machen können bzw. gemacht haben. Klarerweise auch Unternehmen mit e-Learning-Software, Anbieter von Lern-Apps sowie Tech-Unternehmen, die z.B. Laptops & Headsets vertreiben.

 

Hypothese 9: Insourcing wieder “in”

Insourcing ist einfach das Gegenteil von Outsourcing. Insourcing beschreibt die Wiedereingliederung von zuvor ausgelagerten Prozessen und Funktionen.

Gerade solche Krisen führen uns immer wieder leidvoll vor Augen, welch hohes Risiko übermäßige und zum Teil sogar exklusive Abhängigkeiten für einzelne Betriebe, ganze Staaten und ja ganze Kontinente haben.

Wir erwarten durch die Corona-Krise, dass bestimmte Prozesse, vor allem in der Produktion, gerade aus Ländern wie China Schritt für Schritt wieder abwandern und zurück nach Europa heimkehren werden.

Die Abhängigkeit von nur einem oder zwei chinesischen Lieferanten wird sich für viele heimische Unternehmen im Nachhinein als existenzbedrohend herausstellen. Kann der Lieferant aus China nicht liefern, kann das heimische Unternehmen sein eigenes Produkt nicht mehr am Markt anbieten.

Solche Insourcing-Prozesse werden klarerweise nicht von heute auf morgen passieren. Aber sie werden in den kommenden Jahren, Schritt für Schritt, vorangetrieben werden.

Auch das ohnedies ramponierte Image für chinesische Produkte und Komponente wird nach der Corona-Krise bei Konsumenten und Verbrauchern nicht besser werden.

Der Coronavirus wird Unternehmen, die lokal produzieren, stärken.

 

Hypothese 10: Veranstaltungen & Events kommen ins Wohnzimmer

Der Coronavirus wird kaum einen Bereich härter treffen als Unternehmen, Einrichtungen und Menschen bei denen das physische Zusammenkommen von vielen Menschen ein zentrales Element im Geschäftsmodell darstellt.

Viele Menschen kommen üblicherweise bei Konzerten, Festen, Messen, Sport- und Kulturveranstaltungen zusammen. In Museen, Messehallen, Sportstätten und Events.

Es betrifft Bands und Künstler, Vereine und Sportler, Sportstätten und Kultureinrichtungen, Eventagenturen & Caterer, Messe- und Bühnenbauer und alle, die beim Organisieren, Vermarkten und Austragen von Veranstaltungen involviert sind bzw. maßgeblich davon profitiert haben.

Technologien wie Virtual Reality & Live-Streaming werden helfen Events & Veranstaltungen direkt ins Wohnzimmer der Menschen zu bringen. Konzerte werden per Livestream am Handy oder Smart-TV genossen, Museen mit VR-Brille vom Wohnzimmer-Sofa aus besuchen werden.

All das ist technisch längst möglich. Nur das Angebot war bisher überschaubar. Das wird sich ändern. Klar, bei Stimmung und Gemeinschaftsgefühl wird es Abstriche geben.

 

Hypothese 11: Konsum verlagert sich In-House

Erleben wir eine Art Neo-Biedermeier? Rückzug aus dem öffentlichen Raum. Zurückziehen ins eigene Heim. Angesichts der aktuellen Corona-Maßnahmen mit Ausgangssperren, Ausgangsbeschränkungen und Minimierung der sozialen Kontakte ist dies nur allzu wahrscheinlich.

Unser Leben wird wieder mehr so, wie es früher einmal war. Wir verbringen mehr Zeit zuhause, in unseren eigenen vier Wänden, alleine oder mit Partner oder Familie. Wir lesen wieder öfter ein Buch, spielen mit unseren Kindern Mensch ärgere Dich nicht, Kochen und Essen gemeinsam und abends auf der Couch streamen wir den neuesten Blockbuster.

Wir investieren wieder mehr ins Eigenheim, denn zuhause ist es doch am Schönsten. Wir renovieren, recyceln, upcyclen und bauen im Garten unser eigenes Gemüse an. “My home is my castle”. Das Zuhause als sicherer Rückzugsort. In Zeiten wie diesen gilt das mehr, denn je.

Wir konsumieren verstärkt zuhause, digitale Technologien machen es möglich, oder lassen es uns, dank Online-Shopping, einfach vor unsere Haustür bringen.

Das freut Online-Händler, vor allem jene mit Büchern & Games, vielleicht auch die mit Heim-Sportgeräten oder mit Produkten für die Küche. Auch der Möbelhandel sowie Baumärkte und Gärtnereien sollten dies positiv zu spüren bekommen. Ganz klar, auch Streaming Anbieter.

 

Hypothese 12: Mehr Menschen einsam und ängstlich

Es gibt keine Minute und kein Medium, in dem aktuell nicht über das Coronavirus berichtet wird. Das verunsichert. Es macht den Menschen Angst. Wie konkret ist diese Bedrohung für mich, wie soll ich damit umgehen?

Auch auf gesellschaftlicher Ebene wird das Leben in den nächsten Wochen und Monaten nahezu zum Erliegen kommen. Keine Familienfeste, kein Kinobesuche mit Freunden und die wöchentliche Chorprobe fällt auch aus.

Die Vermeidung sozialer Kontakte hat Einsamkeit zur Folge. Vor allem für Menschen, die digitale Kanälen nicht nutzen oder deren soziale Bedürfnisse damit nicht zu befriedigen sind.

Wir erwarten durch die Corona-Krise eine Zunahme von Angst, Einsamkeit, psychischen Krankheiten und sogar Depressionen. Einige von uns werden Existenzängste verspüren. Arbeitnehmer werden ihre Jobs verlieren, Arbeitgeber ihre Unternehmen.

Ein Teil der Einsamkeit kann für einige Menschen mit im Internet und mit digitalen Medien kompensiert werden. Über soziale Netzwerke, Online-Chats und Dating-Portalen.

Für Ängste, psychischen Krankheiten und Depressionen wird es zusätzlich ein verstärktes Angebot bei psychologischer und psychiatrischer Beratung geben müssen. Auch online und über Hotlines, sofern dies sinnvoll ist.

 

 

Jede Krise ist eine leidvolle Erfahrung. Sie zeigt uns wie verletzlich und zerbrechlich wir als Gesellschaft und Staat doch sind. Gleichzeitig ist jede Krise ein herausragender Lehrmeister. Sie zeigt uns Grenzen, Fehlentwicklungen und Versäumnisse lückenlos und ungeschönt auf. Sie lässt uns bereits Akzeptiertes und Gebräuchliches überdenken. Und ist oftmals der Anstoß für Veränderung.

Es wird während und auch noch lange nach der Corona-Krise Gewinner und Verlierer geben. Wie es bei Krisen immer schon war. Viele Branchen wird es arg beuteln. Wie etwa die Reise- und Tourismusindustrie und Veranstalter, aber auch viele lokale Geschäfte, EPUs und den Handel. Einige dieser Unternehmen werden die Corna-Krise nicht überleben. Andere Unternehmen werden hingegen von der Krise profitieren.

Die Digitalisierung wird zweifelsohne landauf, landab massiven Rückenwind erfahren. Längst notwendige Entwicklungen, die mangels Leidensdruck vernachlässigt wurden, erfahren nun die Dringlichkeit und Wichtigkeit, die sie haben sollte.

Unser Land und unsere Unternehmen werden Fortschritte im Bereich ihrer Geschäftsmodelle, der Bildung, Organisation und Digitalisierung machen. Dies ist gut so! Und in machen Bereichen auch dringend notwendig.

So leidvoll machen Erfahrungen für einige von sein werden, so wird unser Land in manchen Bereiche gestärkt und wettbewerbsfähiger hervorgehen.

Zusätzlich wird der Coronavirus “Tempo” aus unserer alltäglichen Hektik und dem Höher, Schneller und Weiter Denken vieler nehmen. Wir spüren plötzlich unsere Familien wieder.

Vielleicht ist das Ganze für uns Menschen eine Lektion zum richtigen Zeitpunkt. Eine Entschleunigung des Universums, ein Rückbesinnen auf wahre Werte, ein Solidarisieren mit Schwächeren, ein Zurechtrücken von verkrusteten Denken und Handeln.

 

Wenn wir die richtigen Lehren daraus ziehen, werden wir auch diese Krise gemeinsam meistern!

 

Und das, abschließend, ist keine Hypothese, sondern unsere Überzeugung.

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