Sep 19

Was ist Artificial Intelligence und welche Chancen bietet es für das Digitale Marketing?

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“Alexa, Wikipedia ‘Künstliche Intelligenz’”.
Nicht nötig – alles was ihr zu Artificial Intelligence (AI) wissen müsst, könnt ihr jetzt auch hier im Artikel lesen.

AI gehört zu den neuen technologischen Begriffen, die sich in den letzten Jahren rasant verbreitet haben und heute in der Digitalszene nicht mehr wegzudenken sind.

Häufig wird der Begriff aber auch von Marketern und Managern verwendet, ohne dass die genaue Bedeutung oder seine Rolle im Unternehmen klar ist. Deshalb wollen wir uns im folgenden Beitrag einmal genauer ansehen, was man unter Künstlicher Intelligenz (KI) versteht und welche Chancen es für Unternehmen im Digitalen Marketing bietet. 

Bereiche der AI

Spätestens als Amazon 2015 den Sprachassistenten Alexa auf den Markt brachte, war Artificial Intelligence in unserer Gesellschaft angekommen. Entstanden ist der Begriff KI aber schon Mitte des letzten Jahrhunderts. Seit dem hat sich die Leistung von Prozessoren und die Kapazität von Speichern deutlich verbessert und die Verbreitung von KI vorangetrieben. 

KI beschreibt die Erforschung “intelligenten” Problemlösungsverhaltens und Methoden, die es einem Computer ermöglichen, Aufgaben zu erledigen, für die der Mensch Intelligenz benötigen würde.

Zu finden ist KI mittlerweile in vielen Bereichen unseres Alltags, in der Industrie und sogar in der Erkundung des Weltalls. Es gibt viele Methoden- und Anwendungsbereiche von KI, die teilweise eng miteinander verknüpft sind. Zu den wichtigsten Methoden gehören:

  • Wissensrepräsentation 
  • Schließen und Folgern zur Nutzung des repräsentierten Wissens, wozu zum Beispiel Machine Learning zählt
  • Natural Language Processing und Cognitive Computing, die sich auf die Interaktion zwischen Computer und Nutzer beziehen

So viel zur Theorie. In der Praxis kommt AI in der Sprachverarbeitung, für Expertensysteme (z.B. für Datenanalyse), Programmiersprachen und Robotik zum Einsatz. 

Falls Dir das immer noch etwas zu theoretisch ist, hier ein paar Beispiele aus dem Alltag: Selbstfahrende Autos, automatische Texterstellung & Übersetzungen, Aufklärung von Verbrechen & medizinische Diagnosen – überall hat AI seine Finger im Spiel. 

AI im digitalen Marketing 

Was wir nun gerne genauer unter die Lupe nehmen wollen, sind die Chancen, die AI in einem ganz bestimmten Bereich bietet: dem digitalen Marketing. Denn auch in diesem Bereich hat KI großes Potential und ist dabei, die Marketinglandschaft aufzuwirbeln. 

Große Internet-Unternehmen wie Google, Amazon & Co. investieren zunehmend hohe Summen in die neue Technologie. Laut einer gemeinsamen Studie von The Trade Desk und Forbes Insights wollen mehr als ein Viertel der europäischen Chief Marketing Officers (CMO) den Großteil ihres Marketing Budgets im Bereich Künstliche Intelligenz ausgeben. 

Werfen wir also einmal einen Blick darauf, wie AI im digitalen Marketing Anwendung findet:

1. Analyse von großen Datenmengen

Ein beliebtes Einsatzgebiet von KI ist die Verarbeitung von Big Data. Die Jobbeschreibung von Marketern hat sich in den letzten Jahren verändert. Der Fokus liegt heute weniger auf der Erstellung von Strategien und kreativer Kampagnen, sondern mehr auf der Sammlung und richtigen Interpretation von Daten – vor allem von Kundendaten.

Die reine Sammlung von großen Datenmengen ist vergleichsweise einfach, da Kunden überall im Internet ihre Spuren hinterlassen. Ein Marketer verbringt aber zunehmend mehr Zeit mit Analyseprogrammen wie Google Analytics und versucht, in den Kundendaten Muster zu erkennen, die für die nächste Online Kampagne relevant sind. 

Was AI damit zu tun hat? Artificial Intelligence kann bei der Datenverarbeitung und -auswertung unterstützen – und das deutlich schneller und in größerem Umfang, als der Mensch es kann. Die Aufgabe des Mitarbeiters wird es wohl eher sein, AI bei ihrem Tun zu betreuen.

Der Vorteil von AI im digitalen Marketing liegt außerdem darin, dass sie die ausgewerteten Daten in geeigneten Reports darstellen kann, aus denen die nächsten Handlungsschritte leicht ablesbar sind. 

2. Chatbots

Chatbots sind immer häufiger auf Websites und in sozialen Netzwerken zu finden. Sie helfen Kunden bei Fragen und Wünschen zu Produkten und Dienstleistungen weiter und lernen mit jeder Unterhaltung dazu. 

AI und ein angelernter Algorithmus arbeiten hier zusammen, damit der Bot dem Kunden die nötigen Antworten liefert und mit jedem Gespräch besser wird. Momentan werden mit Chatbots vor allem einfache Kundenanfragen beantwortet. Sie entwickeln sich aber schnell weiter und viele Unternehmen sind darum bemüht, dass sie immer persönlicher werden. 

Im digitalen Marketing bieten Chatbots vor allem die Chance, Leads zu generieren und, falls zutreffend, Termine mit Kunden zu vereinbaren. Best Practices gibt es einige: So hilft der Stylebot von der Jeansmarke Levi’s dem Website-Nutzer zum Beispiel, die perfekte Jeans zu finden und Spotify gibt über den Facebook Messenger individuelle Songvorschläge. 

Wer aber nun denkt, dass Chatbots ausschließlich mit großen Budgets verbunden sind, liegt falsch. Tatsächlich gibt es Open Source Lösungen wie z.B. von IBM und Microsoft, die wenig Entwicklungsaufwand benötigen und auch kleineren Unternehmen die Möglichkeit bieten, ihren eigenen Chatbot aufzusetzen. 

3. Prognosen über Kundenverhalten

Eine weitere Möglichkeit, wie AI das digitale Marketing vorantreibt, ist durch Prognosen über das Verhalten der Kunden. Lange war es schwer bis unmöglich, vorherzusehen, wie sich ein Kunde online verhält, welche Kanäle er bevorzugt und was er als Nächstes tun wird. 

Die sogenannte Recommendations-KI schafft hier Abhilfe und trifft erstaunlich genaue Vorhersagen über das Verhalten eines Kunden. Was Amazon und Netflix schon lange für sich nutzen, kann auch für kleinere Player sehr interessant sein, um Zeit und Kosten zu sparen und die richtigen Maßnahmen für das digitale Marketing abzuleiten.

Ganz konkret können mit dieser Technologie dem Kunden zum Beispiel Produktvorschläge gemacht werden. Marketer auf der anderen Seite erhalten genaue Informationen darüber, über welchen Kanal ein Kunde mit dem Unternehmen in Kontakt treten wird und um welches Produkt es dabei gehen wird.

Ob das alles ist? Nicht ganz – diese Prognosen machen es am Ende auch möglich, dem Nutzer relevante Echtzeit Inhalte anzuzeigen, online wie offline. 

Wie geht es mit AI weiter?

Immer wieder kommt die Frage auf, ob AI menschliche Jobs ersetzen wird und wo die Technologie an ihre Grenzen stößt. AI wird ständig optimiert und weiterentwickelt und neue Einsatzmöglichkeiten entstehen. Es gibt bereits einige Tätigkeiten, die komplett von Computern übernommen werden können.

Auf der anderen Seite werden durch die Technologie aber auch neue Jobs geschaffen, die es ohne sie sie gar nicht geben würde. Es wird also ein Wandel stattfinden, bei dem neue Fähigkeiten in den Vordergrund rücken und Mitarbeiter lernen müssen, an der Seite von AI zu arbeiten oder diese selbst zu programmieren.

An ihre Grenzen stößt die KI momentan durch Schwachstellen und Lücken, die durch einen Mitarbeiter gefüllt werden müssen. Sie kann daher in manchen Fällen nur die Arbeit eines Menschen ergänzen und erleichtern, aber nicht ersetzen.

Wenn du also das nächste Mal Dein Echo fragst “Alexa, was ist, wenn mir das Leben Zitronen gibt?”, dann denke daran, dass wahrscheinlich ein Amazon Mitarbeiter die Antwort auf dieser Frage hinterlegt hat, um dir den Tag etwas zu versüßen.